Archive for the ‘Uncategorized’ Category

letzte Aktualisierung…

Samstag, Dezember 10th, 2011

Mit dem heutigen Tag sind nun auch die Fotos vom Anfang unserer Reise ab 31. Oktober bis zum 3. November drin. Damit sind alle Beiträge mit Bildern unterlegt.

Viel Freude beim Stöbern, Lesen und „Mitreisen“. 😉

PS: Durch Rückfragen noch ein Hinweis:  Zu den älteren Beiträgen gelangt man über einen „Weiter“-Link ganz unten auf dieser Seite mittig in dem farbigen Balken. Man sieht dies lediglich durch das Verändern des Cursors.
Auf den Folgeseiten kann man dann auch vor- und zurückblättern. Leider sieht man das in diesem Design hier nicht als Schrift….
Ältere Beiträge kann man auch über den nebenstehenden Kalender finden.

 

Reisebericht über meine Reise nach Südafrika

Freitag, November 18th, 2011

Vom 14. Oktober bis 14. November 2011 war ich in Südafrika zu einer Reise, die anlässlich der Junioren-Weltmeisterschaften in Cape Town durch den DJB organisiert wurde.

Ich persönlich nutzte dieses Angebot und verlängerte um zwei Wochen Sprachreise.

Meine Erlebnisse während der Studienzeit in Cape Studies und während der Reise mit vielen lieben Bekannten entlang der Garden Route von Cape Town bis Port Elisabeth habe ich hier im Weblog aufgeschrieben.

Ich lade Euch ganz herzlich zum „Mitreisen“ ein und wünsche Euch viel Freude und Lesespaß!

Herzliche Grüße,

Birgit Arendt

Bye, bye Afrika!

Donnerstag, November 17th, 2011

Es hieß Abschied nehmen. Abschied von einem traumhaft schönen Land mit einer zauberhaften Natur, die man eigentlich nur aus Filmen, Kalenderblättern oder anderem kennt und ich mir kaum vorstellen konnte, dass es so eine Schönheit geben könnte.

Ein letztes Frühstück in unserem Gästehaus war liebevoll vorbereitet und wir stießen mit unserer letzten Flasche Sekt noch einmal auf den Urlaub an.

Dann ging’s los aus dem Blumenparadies rund um unser Gästehaus mitten in einer großen Apfelsinenfarm.

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60 km bis zum Flughafen waren schnell gefahren, dort warteten wir bei einem Cappuccino auf unseren Abflug.

Fast zwei Stunden nach Johannesburg, dort ca. fünf Stunden Umsteigezeit und dann der lange Kanten nach Frankfurt am Main. 9020 Flugkilometer von Joburg nach Frankfurt, reichlich zehn Stunden Flugzeit. Unser Airbus ist wieder faszinierend. Wie so ein großer Vogel überhaupt vom Boden abheben kann und sich in der Luft hält – und dann auch wieder gut zur Erde zurück kommt, ist schon eine Faszination.

Ich habe mich vor allem dem Sortieren der Bilder gewidmet – leider war dann viel zu schnell auch meine Akku-Laufzeit rum – und ich hab Filme gesehen. Welch eine Seltenheit für mich, aber ich hab mich köstlich unterhalten. Schlafen konnt ich kaum, irgendwie fand ich keine Ruhe.

Pünktlich dann in Frankfurt am Main, wir hatten uns glücklicherweise größtenteils schon im Flieger verabschiedet und hatten damit nicht so ein schlechtes Gefühl beim Auseinanderstieben auf dem Flughafen. Elke musste ziemlich flitzen, sie hatte nur eine Stunde Umsteigezeit, ich allerdings auch nur 30 Minuten mehr – aber wir haben alles bestens geschafft.

Der Flug nach Berlin ging deutlich verspätet aber unspektakulär. Der Urlaub ist halt zu Ende…

Blumen und Pflanzen in Südafrika

Samstag, November 12th, 2011

Vor der Abreise aus Südafrika hier nun noch ein paar Impressionen von Blumen und Pflanzen in Südafrika.

Mir wurde ja bereits bei meiner Buchung der Englisch-Reise gesagt, dass die Monate Oktober und November die schönsten in Südafrika seien. Ich glaube das auch ohne Einschränkung! Die Blumenpracht und Artenvielfalt, die gerade zu dieser Zeit am Blühen war, das war zum Teil überwältigend.

In Südafrika wachsen etwa 8600 Pflanzenarten, wovon fast 70% ausschließlich in Südafrika beheimatet sind.
Hier einfach mal einige der wundervollen Pflanzen, die in freier Natur dort wachsen.

Der dominierende Bewuchs in der Kap-Region ist der Fynbos. Diese Vegetationsart heißt übersetzt: feines Buschwerk oder feingliedriges Gebüsch. Dazu gehören strauchige Hartlaubgewächse, Silberbaumgewächse, Heidekräuter und Gräser.

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Eine der auffallendsten Pflanzen im Fynbos ist die Nationalblume Südafrikas, die Protea. Auch Zuckerbüsche, Silberbäume oder Federbüsche genannt. Diese gibt es in den verschiedensten Nuancen, als Wildpflanze und auch stärker gezüchtet als die Königsprotea, insgesamt 115 Arten. Die Wildpflanzen gibt es in gelb, rötlich und sie soll es auch in weiß geben. Die gelbe Protea blühte im Kap-Nationalpark sehr reichhaltig, auch die roten begannen im zweiten Teil meiner Reise zu blühen.

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Weitere Pflanzen aus dem Fynbos sind hier zu sehen.

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Sehr oft gab es die Geranie zu sehen. Diese ist 1630 erstmals nach Europa geschifft worden und wir kennen sie als wunderschöne Balkon- und Terrassenpflanze. In Südafrika wächst sie überall in den verschiedenen Farben und teilweise recht hoch.

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Callas wachsen hier wild. Gerade im Bereich des Tsitsikamma-Parks gab es ein Unmenge an weißen Calla-Pflanzen. Sie wird auch als das afrikanische Schweineohr bezeichnet. Ein Name, der eigentlich nicht zu dieser doch recht majestätischen Pflanze passt.

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Begeistert war ich von der Strelitzie. Diese wunderschöne Blume wächst in der freien Natur in teilweise riesigen Büschen und blühte wunderschön. Auch im Garten unserer Residenz gab es ein Exemplar davon.

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Auch einen Laubbaum fand ich sehr apart – obwohl ich diesen Baum eher zu den Nadelhölzern zählen würde. Er verliert aber sein Laub nicht. Die als Arancadien (oder so ähnlich) bezeichneten Bäume sind meist solitär zu sehen und wachsen sehr gleichmäßig.

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Noch ein Baum faszinierte uns: die Jakaranta. Dieser Baum stammt aus Brasilien und blühte wunderschön mit blauen Blüten, ohne dass irgendwelches Laub dazwischen zu sehen war.

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Beeindruckend waren die Bougainvilleen, die in den herrlichsten Farben blühten. Farben, die kaum ein Maler mischen kann. Hie reine kleine Auswahl:

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Hier weitere Strauch- und Pflanzenarten, die in freier Natur wuchsen.

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Der Hibiscus

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Tiere in Südafrika

Samstag, November 12th, 2011

Und auch noch einiges zu den Tieren in Südafrika

Im Addo Elephant Nationalpark haben wir viele Wildtiere gesehen. Aber auch weitere Tiere fanden wir in freier Natur.

Wir beobachteten in Hermanus, manche auch auf dem Tafelberg und an anderen Stellen den Dassi, auch Klippschliefer genannt. Diese kleinen Tierchen, etwas größer als ausgewachsene Igel, gehören zur Familie der Elefanten! Der Dassi ist ideales Leopardenfutter, wir finden ihn dafür aber viel zu niedlich.

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Auch konnten wir in Hermanus und an anderen Küstenstellen Wale beobachten. Sie kamen erstaunlich nah an die Küste heran, allerdings wollten sie nicht immer so richtig aus dem Wasser springen. Aber dennoch haben wir sie gesehen! 😉

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Aber auch Robben hat man oft im Wasser oder auch an Land gesehen.

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Immer wieder sprangen die Baboons, die Paviane, auf den Straßen herum. Wir haben sie oftmals gesehen.

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Auch Strauße leben ganz normal in freier Wildbahn.

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Ebenso Springböcke oder andere Antilopenarten.

Kühe, Pferde, Schafe gibt’s natürlich auch in Südafrika ganz normal in der Weidehaltung.

Auf zu den Elefanten!

Samstag, November 12th, 2011

Es war zeitig hell, wie immer hier in Südafrika im späten Frühjahr. Irgendwo kurz nach fünf ging die Sonne auf. Mit dem Wellengeräusch dazu war ich gegen 6 Uhr putzmunter. Diese morgendliche Gelassenheit verbrachte ich auf den Felsklippen unmittelbar vor unserem Cottage und beobachtete die Wellen, die Gischt und genoss die höher steigende Sonne.

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8 Uhr ging’s dann wieder zum Restaurant zum Frühstück mit Blick aufs Meer und die Stormsriver-Mündung in der Morgensonne.

Irgendwie ist das Frühstück in Südafrika etwas gewöhnungsbedürftig. Englisch Breakfast eben.

In Somerset West hatten wir einst richtig schöne frische und warme Brötchen bekommen, aber sonst gabs nur Toastbrot oder eventuell irgendetwas Ähnliches wie ein Brötchen, allerdings in Fett frittiert. Gut war, dass man immer Ei angeboten bekam, das auch in den verschiedensten Varianten. Am liebsten essen die Südafrikaner das Ei als Rührei oder Spiegelei beidseitig gebraten. Gekochte Eier bieten die Hotels durchaus an, aber Gaststätten weniger. Dort werden die Eier ohne Schale ins Wasser eingeworfen – irgendwie wollte ich so was aber nicht. Schnell hatten wir auch raus, dass wir das Spiegelei eigentlich lieber „with sunnyside up“ haben wollten. Das klappte dann immer recht gut und es wurde nur einseitig gebraten. Ansonsten gibt’s auch Butter und Marmelade, auch Wurst und Käse zum Frühstück. Zum Spiegelei meist auch gebratenen Schinkenspeck – das englische Ham & Eggs. Nur in unserer Fischerkate in Arniston gabs dazu noch gebratene Würstchen (sehr gewöhnungsbedürftig!) und Leberklopse. Sie waren nicht so mein Ding, aber einigen mundeten sie wohl sehr.

Nach Taschenpacken gings dann los auf unsere letzte Tagestour, in den Addo Elephant National Park.

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Wir hatten noch ein schönes Stück Landschaft vor uns, fuhren über die Brücke über den Stormsriver und fuhren auf einer schnurgeraden, hügeligen Straße viele Kilometer. In Humansdorp ist dann die Garden Route offiziell beendet und die letzten Kilometer bis Port Elizabeth ist die Landschaft dann ziemlich langweilig.

Abwechslung brachte eine Verkehrskontrolle. Wir konnten damit nach fast zwei Stunden Autofahrt endlich auch wieder kurz unsere Füße mal vertreten. Letztendlich wollten die jedoch nur den Führerschein und die Lizenzen fürs Auto sehen, es war alles in Ordnung und der Aufenthalt war nur ein paar wenige Minuten.

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typisch für Südafrika: weite und unberührte naturbelassene Strände

So langsam näherten wir uns Port Elizabeth. Die Straßen hatten einen auffällig breiten Mittelstreifen, der eigentlich eine weitere doppelspurige Fahrbahn hätte sein können. Auf diesem Mittelstreifen blühten die verschiedenfarbigsten Oleanderbüsche. Der blüht wohl das ganze Jahr über und damit ist die Einfahrt nach Port Elizabeth immer bunt und attraktiv.

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Ein kurzer Tankstopp gab uns noch einmal die Möglichkeit ein paar Schritte zu laufen.

Wir fuhren nun weiter an Port Elizabeth vorbei in Richtung Addo. Dabei ging die Autobahn über viele Kilometer unmittelbar am Meer mit türkisblauem Wasser entlang. Zum Schutz vor großen Wellen waren dort am Strand riesige Steine bzw. Zementblöcke aufgestapelt.

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Beeindruckt – allerdings im negativen Sinne – waren wir an der Ausfahrt aus Port Elizabeth. Dort wieder die Townships, diesmal wieder mit sehr vielen Mandela-Häusern.

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Danach waren alle Wiesen, Kiesseen und Felder total vermüllt. Die Townschip-Bewohner werfen ihren Müll einfach in die Natur und der Wind tut sein übriges. So “wachsen“ auf den Wieden Unmengen von Einkaufstüten, anderer Kram und es sieht kunterbunt dort aus. Wenn man nicht beim genaueren Hinsehen schockiert wäre, was da rumliegt, könnte man es fast als „Kunst“ vermuten, bunte Wiesen eben.

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Ich habe da kein Verständnis dafür, dass man diese Menschen sich so benehmen lässt. Von diesen Bewohnern gehen so viele nicht arbeiten, die haben so viel zeit, dass sie alles absammeln könnten. Aber selbst Programme, dass genügend Müllcontainer aufgestellt werden, fruchten nicht und sie werden nicht genutzt.

Bald kommen wir wieder in eine fruchtbare Gegend. Hier sind die Obstbauern ansässig und haben riesige Orangenplantagen.

Nach ca. weiteren 50 km fahren wir durch den kleinen Ort Addo, den Namensgeber für den Wildpark gleich nebenan. Wir sind am Addo-Elephant National Park angelangt.

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Nun beginnen aufregende Stunden und wir erleben interessante Tierbeobachtungen. In den Park fährt man ganz normal mit dem Bus oder Auto rein, es gibt ein relativ gut ausgebautes Straßennetz von vielen, vielen Kilometern mit Asphalt bzw. gut befestigten Schotterstraßen. Dazwischen immer wieder Wasserstellen und im Allgemeinen wächst dort der Fynbos, also niedrige Vegetation bzw. es gibt karge Wiesen. Damit sind die Tiere auch recht gut zu beobachten und wir hatten in unserem Bus das Glück, dass wir einen passionierten Jäger dabei hatten, der ja erst recht ein gutes Auge für Tiere in der Wildnis hat.

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Gleich als erstes liegen uns Warzenschweine über den Weg, auch ein dicke Schildkröte ging behäbig am Seitenstreifen entlang.

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Und dann sahen wir sie, riesige Elefanten, eine ganze Familie mit einem kleinen Elefantenbaby dabei. Sie fraßen urgemütlich an den Fynbos-Pflanzen und malmten den ganzen Tag…

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Wildgänse, Reiher, immer wieder Warzenschweine und Elefanten, Termitenhügel. Dann endlich Zebras. Diese Tiere haben eine unwahrscheinlich schöne Maserung über den ganzen Körper, richtige Tattoos. 😉

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Dann plötzlich Kudu-Männchen. Sie haben ein schönes gedrehtes Geweih – ihr Jäger entschuldigt bitte, falls ich dieses Etwas auf dem Kopf falsch bezeichnet habe 😉

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Bald laufen uns auch die Kudu-Weibchen über den Weg. Sie haben schöne Streifen auf dem Rücken als Erkennungsmerkmal. Auch eine weitere Antilopenart, das Red Hardebeest, sehen wir, Strauße grasen auf den Wiesen und plötzlich ruft jemand, da sei ein Büffel. Tatsächlich! Büffel und Löwen zu finden sind so kleine Sechser im Lotto. Und man braucht jemanden, der diese Tiere auch im Dickicht sieht! Ich hab einen Büffel wirklich gesehen!

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Auch einen Schakal haben wir über die Straßen flitzen sehen. Wir haben Unmengen an Vogelnestern des Webervogels gesehen, die in den Bäumen hängen und immer wieder Elefanten.

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Vier Stunden Nationalpark – es war ein interessantes und immer wieder faszinierendes Erlebnis!

 

Abends gings dann ab in unsere Unterkünfte. Wir waren alle etwas traurig, dass ausgerechnet am letzten Abend die Gruppe geteilt wurde und in zwei drei km voneinander liegenden Gästehäusern untergebracht war. Auch das Abendessen mit einem völlig überforderten Kellner war nicht so gut wie wir das normalerweise von Südafrika gewohnt waren. Aber wir machten als Gruppe das Beste draus.

Tsitsikamma National Park

Freitag, November 11th, 2011

Zum Frühstück ging’s heute zu einem Restaurant mit einem traumhaften Blick auf das Tor der Lagune von Knysna. Wir hatten morgens halb sieben auf unserer Terrasse beim ersten Sonnenschein unseren Tag mit einem Sekt begrüßt, der am Abend übrig geblieben war. Das ist eben auch Urlaub!

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Nach dem Frühstück fuhren wir noch zum Aussichtspunkt des Osttores der Lagune. Es war ein grandioser Blick aufs Meer, die Lagune und die gegenüberliegenden Felsen. Wir haben uns auch unsere jeweiligen Lieblingsvillen oben auf dem Kamm ausgesucht – allerdings niemanden gefunden, der uns die bezahlt 😉 Träume eben…

Blick in die Lagune von Knysna
Blick in die Lagune von Knysna

Das Westtor
Das Westtor

Tor von Knysna    Township-Bewohner bewacht eine Kreuzung - Township oben auf dem Berg
Das Tor zur Lagune von oben  und ein Bewohner der Townships (oben auf dem Berg) bewacht eine Kreuzung

Interessant war bei der Weiterfahrt, dass Knysna natürlich wie alle anderen Städte auch, eine Township hatte. Die lag hoch oben auf dem Berg hinter der Lagune mit den besten Ausblicken auf die Stadt und die Lagune.

Mich verblüffte sehr, dass hier in Knysna der Holunder blühte. Ich dachte sofort an das äußerst wohlschmeckende Gelee, was ich im Frühjahr aus den Blüten gemacht hatte. Auch bei uns kommt das nächste Frühjahr! 😉

Unser nächster Halt führte uns nach Plettenberg Bay, einen großen Badeort mit einem traumhaft schönen und riesigen Strand. Schade, dass wir das Baden nicht eingeplant hatten. Nur Elke hatte den Badeanzug vorsorglich im Gepäck und nutzte die Chance auf den Indischen Ozean natürlich gnadenlos aus – und wir beneideten sie! Genugtuung gab uns nur, dass sie von einer Welle komplett erfasst wurde – aber ehrlich gesagt machte ihr das gar nichts aus und unser Neid wurde umso größer 😉

Das einzige und größte Hotel in Plettenberg am Strand

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Gleichzeitig haben wir das ausgenutzt, dass wir kurz vor 11 dort angehalten haben und stießen pünktlich um 11:11 Uhr auf die närrische Zeit mit einem Sekt an.

Dann gab’s wieder mal ne Einkaufsmall. Es war glücklicherweise die letzte auf der Reise.

Mittlerweile hatte sich die Vegetation völlig verändert. Sind wir auf dem ersten Teil der Reise überwiegend durch den niedrig wachsenden Fynbos gefahren, gab es jetzt auf der richtigen Garden-Route hohe Bäume und richtigen Wald. Nach Plettenberg Bay fuhren wir auch wieder auf schönen Passstraßen. Unter anderem fuhren wir über die Brücke Bloukrans, die ein sehr tiefes Tal überspannte. Dort hielten wir an und beobachteten Bungee-Springer, die sich von der Brücke stürzten. So richtig gesund kann das aber nicht gerade sein. Die Springer hingen dann an den Füßen festgezurrt nach unten und „baumelten“ bis sich das Seil beruhigt hatte und ein Guide den Springer nach oben verhalf. Interessant war’s aber allemal.

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Wir kamen in den Tsitsikamma-National Park. Das Knysna-Tsitsikamma-Gebiet ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Südafrikas. Dort wachsen vor allem Pinien und Eukalyptus-Bäume. Früher waren dort jedoch die Stinkwood- und Yellowood-Bäume zu Hause, sehr harte Laubholzarten. Die sind jedoch zu großen Teilen abgeholzt worden.

Attraktiv sind die Nummernschilder, die in der Region vergeben werden. Die üppige Vegetation findet sich darauf wieder.

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Ich war total begeistert, als wir unsere Cottages gesehen haben! Holzhäuser unmittelbar am Strand. Das Wasser war vielleicht 50-100 m von uns entfernt! Wunderschön.

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Blick von der Terrasse des Hauses auf den Indischen Ozean

Nach einem kurzen Auspacken und Zurechtfinden gingen wir auf Wanderschaft. Es musste hier irgendwo die berühmte Hängebrücke über dem Stormsriver sein. Die Richtung war klar und die Wegweiser führten uns. Vorbei an unserem Restaurant für den Abend und das Frühstück war dann klar, wo es lang ging.

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Mitten durch den Urwald war ein Steg gebaut, viele Treppen, wundervolle Pflanzen, uralte Bäume und plötzlich standen wir auf einem kleinen Aussichtspunkt und die Brücke lag unter uns. Was für ein Anblick!

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Beim genauen Hinsehen wurde deutlich, dass da insgesamt drei Hängebrücken gebaut waren. Wir also runter. Erst einmal gingen wir über die große Hängebrücke. 77 m lang bedeutete natürlich, dass einiges an Schwingungen möglich war. Wir waren in dem Moment fast allein auf der Brücke und ärgerten uns natürlich gegenseitig mit einem kräftigen Gang über die Brücke im richtigen Schwingungsrhythmus. Man musste den Gang lediglich auf die Schwingungen anpassen und durfte nicht dagegen arbeiten 😉 Es wurde schnell klar, warum da nur 25 Personen gleichzeitig drauf dürfen, denn auch ohne Absicht gab’s gute Schwingungen.

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Auf der anderen Seite genossen wir erst einmal die Sonne, einige von uns testeten auch das Wasser und die Wellen. Allerdings waren dort nur Steine am Ufer, die jedoch recht groß und rund geschliffen. Verblüffend war, dass durch die Wellen diese Steine immer bewegt wurden und insbesondere beim Rückzug der Wellen klackerten die Steine ständig aufeinander. Dieses Geräusch war faszinierend.

Findige Baumeister hatten dort auf den kleinen „Felsen“ kleine Kunstwerke mit Steinen gebaut. Es waren relativ flache Steine immer wieder  aufgetürmt. Irgendwie passte das gut hierher.

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Faszinierend war auch beim Gang über die Brücke der Blick in das Flusstal. Der Stormsriver hatte ein tiefes Tal in die Felsen gegraben, sodass er von hohen Felsen eingesäumt wurde. Von der Brücke aus hatte man einen wundervollen Blick landeinwärts.

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Im Hintergrund kann man das Restaurant erkennen

Wir gingen natürlich auch über die beiden weiteren, etwas kleineren Brücken. Von jeder Position aus hatte man einen herrlicheren Ausblick. Diese Natur ist immer wieder faszinierend!

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Zurück gings dann wieder über viele Holztreppen mit einigen Aussichtsplattformen. Da wir auf dem Rückweg Annie trafen, die allein die Gegend erkundete, nutzten wir einfach die Gelegenheit, sie noch einmal zu begleiten über diese schöne Strecke und marschierten die Brücken noch einmal ab. Dabei hatten wir dann noch einiges an Spaß, da sich mittlerweile unsere ganze Reisegruppe beim Sonnenbad wiederfand und wir dann auf dem Rückweg jeden feierten, der die steilen Stufen zurück ging und an bestimmten Plattformen angekommen ist.

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Wir blieben dann gleich an der Gaststätte zum Abendessen und saßen auf der großen Terrasse mit Blick auf das Meer und die Stormsriver-Mündung. Solche Bilder und Anblicke habe ich einfach genossen.

Die Nacht war relativ laut und vor allem hell. Die Wellengeräusche schaukelten jedoch in den Schlaf. Mitten in der Nacht wurde ich jedoch geblendet. Es war Vollmond und er schien mir direkt aufs Kopfkissen. Ich war fasziniert, wie strahlend hell alles war, wie in der Dämmerung hat man den ganzen Strand erleuchtet sehen können. Irgendwie schien der Mond hier deutlich heller zu strahlen als ich das von zu Hause gewohnt war.

Ich musste sofort daran denken, dass dies die Nacht ist, die in Cape Town immer besonders „gefeiert“ wird und Tausende in der Vollmondnacht auf den Lions Head wandern. Man muss dort sogar an den Engstellen anstehen, um hoch- bzw. runterklettern zu können. Die Menschen schauen sich den Sonnenuntergang an und wandern dann wieder hinab. Man braucht in so einer Nacht nicht mal eine Taschenlampe, so hell ist es. Da jedoch die meisten dennoch mit einer Lampe wandern, schlängelt sich um den Lions Head eine lange Lichterkette rundherum. Es muss ein toller Anblick und ein noch grandioseres Erlebnis sein.

Nun konnte ich mir die Geschichten einiger Studenten auch besser vorstellen, die die vorherige Vollmondnacht kurz vor meiner einstmaligen Ankunft in Cape Town genau so verbrachten.

Straußenrennen am Federpalast

Donnerstag, November 10th, 2011

Heute begannen wir den Tag nach einem schönen Frühstück ganz in der Nähe von Oudtshoorn auf einer Straußenfarm. Oudtshoorn ist die „Straußenstadt“ Südafrikas. Wenn man bedenkt, dass vor einem Jahr eine Straußengrippe wütete und dadurch 40.000 Strauße notgeschlachtet werden mussten, bekommt man sicher eine Vorstellung der Bedeutung dieses Tieres in dieser Stadt.

Auf „unserer“ Straußenfarm leben zwischen 2500 und 3500 Strauße.

Früher war die Straußenzucht sehr ertragreich. Insbesondere die Federn waren begehrt und es besaß jeder Farmer einen „Federpalast“. Das sind die Herrenhäuser, die sehr schön und recht prunkvoll gebaut und eingerichtet wurden. Damals wog man das Kilogramm Federn mit einem Kilogramm Gold auf.

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Heute sind die Federn nicht mehr so gefragt. Die Mode hat sich geändert und somit verkaufen sich diese flauschigen und schönen Federn nicht mehr so gut. Heute ist das äußerst gesunde und wohlschmeckende Fleisch und das Leder eher gewinnbringend.

Allerdings sind von einem über 100 kg wiegenden Strauß nur 25 kg Fleisch verwertbar. Es ist sehr mager und hat einen hohen Eiweißgehalt. Und das Leder gehört zu den teuersten Ledern der Welt. Zum einen lässt sich der Strauß nur schwer häuten und der Gerbprozess ist sehr aufwändig. Ich hatte (nicht allzu große) Handtaschen gesehen, die ca. 1000 Euro kosteten. Es ist nach Krokodil und Elefant das drittfesteste Leder. Je Strauß kann man ca. 1,3 m² Leder erhalten.

Hier nun einiges zu dem größten Vogel der Welt.

Mit ca. zwei Jahren beginnen die Straußenmädchen sogenannte „Testeier“ zu legen, die kleiner sind als die späteren normalen Straußeneier. Sie schlagen diese Eier auf, fressen vor allem die Schale und werden dann geschlechtsreif. Im Allgemeinen sind die Weibchen das mit vier Jahren, die Männchen mit drei Jahren.

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Der Strauß legt etwa zehn Tage nach der Befruchtung 10-15 Eier in sein Nest. In der Zucht nimmt man immer wieder Eier aus dem Nest, dann legt der Strauß immer wieder weiter, bis zu 60 Eiern pro Saison. Wichtig ist dabei nur das energiereiche Futter, dass er kriegen muss. Auch muss viel List und Tücke angewendet werden beim „Eierstehlen“. Die Zehnägel des Strauß werden bis zu 7 cm lang und sehen genauso gefährlich aus wie sie es offensichtlich auch sind. Damit verteidigen sie sich und natürlich auch das Nest recht erfolgreich.

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Die Strauße brüten dann auch abwechselnd bzw. in der Zucht werden die Eier ausgebrütet.

Beim Schlüpfen wird nachgeholfen, da die Eierschale sehr fest ist.

In der Zucht wird angepickt und die Schale angeknackt. In der Natur helfen die Eltern nach und schlagen die Eier aneinander. Mit dieser Hilfe dauert das Schlüpfen ca. zehn Stunden, ohne Hilfe ca. zwei Tage.

Nach dem Schlüpfen sind die Küken etwa 750 g schwer. Sie haben kugelrunde Körper und kurze Beinchen. Bereits nach 10-14 Monaten wiegen die Strauße ca. 90 kg – die beste Größe zum Schlachten für die Fleischgewinnung.

Die kleinen Strauße sind nur wenige Tage alt
Die kleinen Strauße sind nur wenige Tage alt

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Ein ausgewachsener Strauß wird bis zu 2,60 m hoch, wiegt dann etwa 140 kg und wird bis zu 40 Jahre alt.

Strauße sind übrigens gute Partner. Ein Paar auf der Farm lebt bereits seit 27 Jahren zusammen.

brütender Straußvater
brütender Straußenvater

Diese Vögel sind auch gute Adoptiveltern. Sie nehmen bis zu 70 Babys auf, auch wenn es nicht ihre eigenen Kinder sind. Das macht man sich in der Zucht zunutze.

Wenn man Strauße näher betrachtet, fällt auf, dass sie sehr große Augen haben. So ein Auge wiegt immerhin 60 g. Strauße können damit bis zu 3,5 km sehr gut sehen, Bewegungen sogar auf bis zu 10 km wahrnehmen. In der Natur sind übrigens Strauße sehr oft mit Zebras zusammen zu sehen. Sie ergänzen sich sehr mit ihren Sinnesorganen. Zebras können gut riechen und hören – aber schlecht sehen.

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Da die großen Augen so viel Platz im Kopf brauchen, ist wenig Platz für das Gehirn. Der Strauß hat nur ein erbsengroßes Hirn von ca. 40 g. Damit sind die Strauße ziemlich dumm – und so schauen sie einen auch an 😉

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Außerdem macht man sich diese „Dummheit“ eben auch zu Nutze, z.B. beim „Eierklau“.

Strauße sind Wüstentiere. Sie schwitzen nicht. Dafür hecheln sie oder fächeln sich mit den Flügeln Luft zu, um die Körpertemperatur zu regulieren.

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Strauße, die wenige Wochen alt sind

Noch etwas zu den Eiern.

Ein Straußenei ist etwa 22-24 x so groß wie ein Hühnerei. Es wiegt etwa 1,5 kg und es dauert 2 Stunden, bis es hart gekocht ist. Die Schale ist etwa 2 mm stark. Zum Verzehr für Menschen ist es nicht besonders geeignet, da es einen sehr hohen Cholesteringehalt hat.

Die Knochen des Strauß wiegen nur etwa 7 kg. Der Strauß hat 19 Halswirbel, womit der Hals enorm biegsam ist. Er hat einen sehr hohen „Fuߓ, sein vermeintliches Knie ist das Sprunggelenk und das richtige Knie ist kurz unter den Flügeln.

Ganz früher hat man die Strauße nur wegen der Federn gezüchtet und wenn sie ausgerissen waren, war er wertlos geworden. Heute weiß man, dass man die Federn nur schneiden muss, sie wachsen nach 8 Monaten wieder nach. Auch kann man die Federn ganz normal mit Shampoo waschen. Das erschien mir auch sehr nötig, da viele Strauße ziemlich zerzauselte bzw. auch schmutzige Federn haben. Klar, in der Trockenheit der Wüste wird der Staub ja auch nie abgewaschen.

Wir waren etwas erschrocken über die Laute des Strauß. Er „brüllt“ ähnlich wie ein Löwe. Und zur Paarung führen die Straußenmännchen dazu noch schöne Tänze auf.

Auf der Farm gab es übrigens auch Emus, ein dem Strauß ähnlicher Vogel. Ein Emu brüllt jedoch nicht, er trommelt und diese Laute kommen aus dem Hals. Es war recht lustig anzuhören.

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Wir hatten auf der Straußenfarm noch richtig viel Spaß. Zum einen probierten viele, auf einem Strauß zu sitzen. Dazu wurde dem Strauß extra eine Haube aufgesetzt, damit er sich zum entsprechenden Platz führen ließ. Während des Drausitzens brauchte man aber diese „Mütze“ nicht mehr und sie wurde wieder abgenommen.

Und dann gab’s das angekündigte Straußenreiten. Elisabeth war die Auserwählte und ritt auf dem Strauß eine Runde durchs Gehege. Wichtig dabei war, dass man sich natürlich nicht am Hals festhalten durfte. Das hätte fatale Folgen haben können 😉

Vom Strauß wurden die Flügel hoch geklappt, Elisabeth setzte sich sozusagen unter die Flügel und hielt sich dann an den Flügeln fest. Sie machte das echt professionell und stand die ganze Runde prächtig durch.

Am Ende unseres Besuchs haben zwei Straußenjockeys noch ein Rennen veranstaltet. Unter lautem Anfeuern durch uns jagten sie durch den Parcours. Wir hatten viel Spaß.

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Mit einem kleinen „Einkaufsbummel“ durch den Shop beendeten wir unseren Besuch und weiter ging’s auf der Reise.

Auf nach Knysna

Donnerstag, November 10th, 2011

Auf der Weiterreise gab Elke erst noch ein Sektchen auf ihren Geburtstag aus, wir prosteten im Auto. Schließlich hatten wir ja heute keine Weinprobe. 😉

In George gab’s wieder mal eine Einkaufsmall. Die musste wieder sein… Aber es waren glücklicherweise nur 30 Minuten während des Tankens und Reifenprüfens.

Danach ging’s über den Kaymans River Pass – eine herrliche Passstraße mit einer sehr steilen Abfahrt. Für die beladenen LKW´s gibt es da wohl Extra-Bedingungen. Sie dürfen nur im ersten Gang hinunterfahren. Schade, dass wir an der berühmten Bahnbrücke über den Kaymans River vorbei gefahren sind, ohne sie wirklich richtig sehen zu können. Ich konnte nur einen kleinen Blick auf einen kleinen Teil der Brücke werfen. Ich hatte in der Vorbereitung so sehr auf ein Foto davon gehofft. Diese Schmalspurbahn von George nach Knysna wird immer wieder sehr angepriesen als ein touristisches Highlight durch wundervolle Natur. Ich war schon am Überlegen gewesen, ob ich mir diesen Trip nicht mal während der ersten beiden Wochen gönnen sollte, aber die Entfernung zu Cape Town war dann doch etwas groß.

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Vorbei an Wilderness, einen der mondänsten Ferienorte Südafrikas, wo es die teuersten Immobilien geben soll, ging es weiter zu unserem Ziel Knysna. Diese Lagunenstadt hat viele Reize in der umgebenden Natur. Und die sollten wir auch sehen, als wir auf einer Lagunenfahrt waren.

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Eine hoch aufragende Meerenge trennt die Lagune ab und genau bis dahin ging unsere Schiffsfahrt. Es war atemberaubend, diese Felsen, diese Brandung und die ruhige Lagune davor zu beobachten.

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Das Osttor

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Das Westtor

Unsre Unterkünfte waren sehr schöne Holzhäuser mit dem Blick auf die Lagune. Bevor wir zum Abendessen gingen, konnten wir noch mal ein bisschen verschnaufen und diese Unterkünfte bzw. die Terrassen genießen. Abends gings dann zur Waterfront von Knysna – größenmäßig natürlich in keinster Weise vergleichbar mit Cape Town, aber dennoch nett gemacht – und wir aßen in einem schönen Fischrestaurant auf der Terrasse Sushi, Fisch und anderes zu Abend.

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Blick von unserer Terrasse auf die Lagune und Knysna

Ein Glaserl Sekt als Absacker auf den Terrassen beschloss den Abend.

 

Geburtstagsständchen in der Cango Cave

Mittwoch, November 9th, 2011

Der Tag begann mit dem Geburtstagsständchen für Elke. Wir überraschten sie mit einem Andenken an den Table Mountain – eine schöne Jacke mit dem Emblem vom Table.

Punkt 9 Uhr ging’s los. Heute fuhren wir weiter auf der Route 62, eine wunderbare Panoramastraße mitten durch die Karoo-Halbwüste. Wer aber dort eine Sandwüste erwartete, wurde enttäuscht. Eine Halbwüste in Südafrika ist sehr karges und trockenes Land über und über mit Fynbos bewachsen. Wir fuhren auf breiten und gut ausgebauten Straßen. Kilometerlang waren wir wieder die einzigen Fahrzeuge. Ebenso gab es über sehr lange Strecken nur unberührtes Land, nur Berge und Hügel, Fynbos mit vielen blühenden Pflanzen – und unsere Straße.

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Nach reichlich einer Stunde Fahrt – mit viel Ruhe im Bus 😉 – kam ein einsames Gehöft: Ronnys Sex Shop. Wir sollten allerdings unsere Erwartungen nicht zu hoch schrauben, war der verschmitzte Hinweis unseres Fahrers. Es war einfach ein normaler Coffey-Shop an der Route 62 – sehr einsam und allein am Straßenrand. Vor Jahren haben sich einige Sprayer einen Scherz erlaubt und zwischen Ronnys Shop das Wort SEX gesprüht. Sie haben dem Laden einen größeren Gefallen getan, als sie sicher je geglaubt hätten. Seitdem ist dieser urige Laden in jedem Reiseführer drin – und wir haben natürlich auch angehalten.

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Nach der Kaffeepause gings weiter durch unberührte Natur. Plötzlich springt wieder mal ein Tier über die Straße, es ist ein Pavian, der ganz schnell über den Zaun springt und im Fynbos verschwindet. Obwohl sie so gefährlich sein können, sind die Paviane offensichtlich Hasenfüße.

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Wir nähern uns den Swartbergen, die wir schon so lange im Hintergrund sahen. Sie ragen bis zu fast 1500 m über NN hoch. Über die Wartberge geht ein schmaler Pass, der einst von Kriegsgefangenen gebaut wurde. Es ist eine Schotterpiste gewesen, die von Oudtshoorn aus weiter zur N1 geht, die quer durchs Land führt.

Die Piste war bereits vorhanden, wurde aber von den Kriegsgefangenen verbreitert und ein kleiner Steg als Schutz vor dem Abgrund gebaut. Dort können entgegenkommende Fahrzeuge nicht ausweichen, man darf nur nach „Rücksprache“ dort entlang fahren.

Wir passierten Ladismith – diese Stadt kündigte sich bereits an, da die Vegetation plötzlich etwas üppiger wurde. Ladismith lebt vor allem vom Wein und anderer Landwirtschaft. Besonders in der Ebene hinter Ladismith gab es offensichtlich deutlich mehr Regen als bisher auf unserer Tagestour.

Nachdem wir durch Amalienstein durch waren, begann eine wunderbare Passstraße durchs Gebirge. Es gab dort recht oft Stütz- bzw. Schutzwände vor herabfallenden Gestein. Vor Jahren muss wohl eine riesige Menge an Fels abgegangen sein und hat unter anderem auch zwei Autos mit in den Abgrund gerissen. Die darin sitzenden Menschen konnten nie mehr geborgen werden. Erst nach den Vermisstenmeldungen erfuhr man, wer es war. Ein Pfarrer wurde dann herab gelassen und segnete die Toten.

In Calitzdorp gab es wieder eine kurze Pause. Einige von uns nutzten die Zeit, um eine Portweinprobe zu genießen. Wie sahen uns lieber die herrlich blühenden Bäume und Pflanzen an und genossen die Sonne.

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Toilettenschilder – mal etwas anders

Danach gings weiter zur Cango Wildlife Ranch. Wir hatten sehr lustige Führung durch ein Mädel der Zulu. Sie sprach Deutsch, klickte aber immer mal dazwischen. Es hörte sich toll an und wir hatten viel Spaß mit ihrem Humor und Streichen, die sie uns spielte. Dabei sahen wir Nashörner, Krokodile, letztendlich auch Leoparden, Geparden, Löwen und Tiger. Sie fütterte sogar ein Krokodil.

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Wieder einmal Sex-Tour – diesmal die Schildkröten 😉

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Eine tolle Erfahrung war die Führung durch die Cango Cave, eine Tropfsteinhöhle.

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Ich war begeistert, was die Natur in jahrtausendelanger Arbeit schaffen kann. In mehreren Höhlen sahen wir faszinierende Gebilde, die auch immer Namen hatten, Wie z.B. das „Schloss Schwanstein“ und vieles andere. Diese Höhlen wurden vor Hunderten von Jahren von Buschmännern bewohnt, die allerdings nur in der Nähe des Eingangs gelebt haben.

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Die wundervollen Tropfsteinhöhlen wurden erst 1718 entdeckt und nach und nach erschlossen. Die Führung ging 600 m in den Berg hinein, das Höhlensystem ist jedoch 5,3 km lang, allerdings nur 1,7 km für Touristen geöffnet. Nach der normalen Führung soll der Rest wohl sehr abenteuerlich sein und nicht für Jeden geeignet sein. Man geht davon aus, dass es wohl noch weiteres zu erschließen gibt und das Höhlensystem deutlich größer sein könnte.

Diese Tropfsteingebilde sind zwischen 160.000 und 750.000 Jahren alt. Die Steine „wachsen“ nur ca. 3-5 mm im Jahrhundert.

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Von 1964 bis 1994 wurden in der ersten großen Höhle sogar Konzerte aufgeführt. Dort ist eine herrliche Akustik. Wir probierten es mit einem Geburtstagsständchen für Elke aus. Unser Chorgesang hallte herrlich in der Halle.

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Man hatte dann diese Konzerte abgesetzt, da zum einen zu viel Atemluft den Tropfsteinen schadete, zum anderen die entsprechende Beleuchtung Algen auf den Tropfsteinen wachsen ließ und die Steine kaputt machte. Das Schlimmste war, dass viele Konzertbesucher Tropfsteine als Souvenir mitnahmen und damit starke Schäden anrichteten.

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„Schloss Neuschwanstein“

Wir bezogen dann unsere Zimmer in Oudtshoorn, trafen uns auf unseren miteinander verbundenen Terrassen des Blocks A auf ein gemeinsames Glas Sekt auf Elkes Wohl und hatten bei Witzen und Neckereien viel Spaß. 19.00 Uhr dann Abendessen in der angrenzenden Gaststätte – es gab Straußenfilet gegrillt! Lecker! Ein Absacker dann auf unseren Terrassen beschloss den Abend.

Herrliche Pässe und Relaxen in den heißen Quellen

Dienstag, November 8th, 2011

Ich habe es doch tatsächlich geschafft, morgens um 6 Uhr zum Strand zu gehen und zu baden! Ich war im Indischen Ozean baden!

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morgendliches Genießen der Sonne vor der Abfahrt zur nächsten Tour

Um 8 Uhr ging es los zu unserer Fischerkate des Vorabends, wo es auch unser Frühstück gab. Reichlich, schmackhaft, aber gewöhnungsbedürftig!

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Die weißen Häuser sind das besondere Merkmal des kapmalaischen Fischerdorfes Arniston. Die weißgekalkten strohgedeckten Häuser wurden zum Nationaldenkmal erklärt.

Wir sind noch einmal kurz zurück zu unseren Cottages gefahren – einige Getränke lagerten dort noch in den Kühlschränken – und wer kann die schon verkommen lassen? Auch mussten sich die Männer erst mal an einer Reifenpanne schaffen. In Bredasdorp stellte sich bei der Reparatur heraus, dass eine große Schraube die Panne verursacht hat. In Südafrika repariert man so etwas schnell und sehr preiswert. Allerdings prüften wir auch jeden Tag den Reifendruck – und es war durchaus nötig.

Wir waren in dieser Zeit in einer Kerzenfabrik. Schade, dass die Koffer schon so schwer sind, es gab dort neben den herrlichen Kerzen wunderschönes Keramikgeschirr in allen Farbspielen. Hier ein paar Eindrücke davon:

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Wir fuhren weiter in Richtung Montagu, unserem nächsten Tagesziel. Zwischen Stormsviel und Bonnival wieder Berge und plötzlich sind vor uns wieder eine Unmenge an Pavianen mitten auf der Straße. Wie gesagt, wir sind ja kilometerlang die einzigen Autos auf der Straße, dadurch hatten sich die Paviane bereits auf der Straße heimisch eingerichtet. Allerdings verschwanden sie beim Annähern unserer Autos sehr schnell im Fynbos.

So langsam begannen auch wieder die Weingüter. Jeder Winzer hat in Südafrika als Erkennungsmerkmal seines Weingutes eine Blume, die er am Rand der Weinplantagen pflanzt. Verschiedenfarbige Rosen, Calla, Geranien, Oleander in den verschiedensten Farben und auch Strelitzien und Rittersterne.

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Wir fuhren auf das Weingut Van Loveren, dass neben Rosen auch den Baum Jakaranta als Erkennungszeichen hatte. Die Jakaranta, die aus Brasilien stammt, blühte gerade zu unserer Zeit mit Unmengen blauer Blüten. Wir bewunderten diesen Baum oft auf unserer Reise.

Auf dem Weingut machten wir wieder eine Probe, und erstmal konnte ich wirklich Begeisterung für einige Weine empfinden. Das hängt aber mit meiner Vorliebe für nicht so sehr herbe Weine zusammen. Wir nutzten dort auch die Möglichkeit, für die weitere Reise Sekt zu kaufen.

Das Besondere an diesem Gut war jedoch die Führung durch den Weinkeller bzw. die Produktionshallen durch einen der Chefs persönlich. Wir bestaunten viel. Immerhin werden dort ca. 10 Millionen Liter Wein pro Jahr hergestellt, also ungefähr 12-14 Millionen Flaschen.

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Die größten Behälter fassten 220.000 Liter Wein!

Interessant war die Herstellung von Champagner. Die Flaschen stehen in einem Gestell schräg nach unten und werden 18 Tage lang täglich um eine Viertelrunde gedreht, damit sich die Hefe absetzt. Auf jeder Flasche lasten 5-7 Bar Druck.

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Auch haben wie eine der größten Weinflaschen der Welt bewundern dürfen. Sie fasst 27 Liter Wein und allein die Flasche kostet ca. 1000,- Euro. Das Füllen ist dann wahrscheinlich kaum noch der Rede wert. Unser Reiseleiter Rainer hatte einst eine 5-Liter-Flasche gekauft und als guter Kunde erhält er diese bei jedem Besuch und sicher auch bei jedem Einkauf gratis gefüllt. Gut für uns, wir durften sie am Abend dann wieder leeren 😉

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Die Weingut-Besitzer sind zwei Brüder-Paare, Cousins. Die meistverkaufte Marke heißt: Die vier Cousins.

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Es waren nur noch wenige Kilometer bis Montagu. Kurz vorher führen wir auf die Route 62, eine der berühmtesten Routen durch Südafrika – sicher auch eine der schönsten der Welt. Diese wenigen Kilometer bescherten uns einen grandiosen Pass mit einer Durchfahrt durch ein „Loch“ im Felsen, eins der besonders gern auf Postkarten abgebildeten Motive.

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In Montagu erwartete uns ein wirklich nettes Hotel. Jedes Zimmer war sehr individuell mit Antik-Möbeln eingerichtet. Wir stellten allerdings vorerst nur unsere Koffer ins Zimmer, packten unsere Badesachen und fuhren zu den heißen Quellen des Montagu Springs Hotel.

Wir genossen diese Ruhe, die Entspanntheit und das Relaxen in dem recht warmen Wasser, Das kommt mit ca. 40° C aus der Tiefe. Dazu schien die Sonne bei hochsommerlichen Temperaturen – wir ließen es uns mit einem Glasl Wein oder unserer geliebten Pina Colada in der Hand, mitten im Wasser und bei Sonnenschein richtig gut gehen.

Abendessen gab’s im Hotel und damit war auch ein individueller “Abgang“ möglich.

Ich hatte in Montagu das einzige Mal auf der Rundreise (ein äußerst langsames) Internet. Deshalb ging es auch in der letzten Woche mit dem Blog nicht weiter und so manche Mail musste im Postkasten bis auf meine Rückkehr warten.

Traumhafte Natur in Südafrika

Montag, November 7th, 2011

Uns erwartete heute ein strahlend schöner Tag. Aber: es heißt nun für mich und auch alle anderen, Abschied von Cape Town zu nehmen.

Mir ist diese Stadt tüchtig ans Herz gewachsen. Aber ich habe sie auch auf zwei völlig verschiedene Weisen kennen gelernt.

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Blick vom Hotelzimmer die Addeley-Street in Richtung Meer und zurück zu Lions Head und Table Mountain

Die letzten Tage waren doch eher das touristisch geprägte Cape Town, davor durfte ich zwei Wochen dort wohnen. Mit allen positiven und vielleicht auch negativen Seiten. Für mich war es aber ein Traum, diese wunderbare Stadt als „Bewohner“ zu erleben.

7:35 Uhr ging’s am Hotel an der Adderley-Street los. Der Abschied war noch einmal „umfassend“ möglich. Vorbei am afrikanischen Restaurant Marcos, nah an der Waterfront, noch ein Blick auf die unfertige Autobahn, die mitten in der Luft endet und dann vor allem Abschied von Table Mountain und dem Lions Head.

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Dann ging’s raus aus der Stadt…

Vor uns liegen weit über 1000 km entlang der Küste und im Inland bis nach Port Elizabeth.

Kurzzeitiger Stopp noch einmal in Somerset West und dann ging’s los auf eine wunderbare Panoramastraße entlang der False Bay.

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Fünf Jahre lang hat man an der Strecke gebaut, die früher nur eine schmale Schotterpiste war. Es ist keine 20 Jahre her. Diese Straße ging immer direkt am Meer entlang, hinter jeder Kurve tauchte ein neuer spannender und wundervoller Blick aufs Meer und die Küste auf. Ich konnte mich kaum satt sehen – und der Fotoapparat klickte oft.

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Immer wieder standen Schilder an der Straße, die uns vor Pavianen warnten. Eigentlich sind die Baboons sehr scheu, aber sie verteidigen auch sehr vehement ihr Revier und die Männchen können durchaus auch Menschen lebensgefährlich verletzen.

Auf einem Brückengeländer sitzen doch tatsächlich zwei Paviane als „Wächter“. Und wie auf Kommando – es schauen immerhin zwei Busladungen Menschen zu – zeigten die Beiden uns ihr Liebespiel. Wir auf Sex-Tour! 😉 So etwas sollte auch nicht das letzte Mal sein!

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In Bettysbay gab’s eine interessante Entdeckung. Dort sind viele Häuser auf Stelzen gebaut, insbesondere die Häuser am unteren Berghang. Aber warum wohl? Immer wieder gehen Felsbrocken und Steine ab und rollen in so manchem Haus durchs Schlafzimmer. Um dies zu vermeiden, hofft man, dass mit den Stelzen die Steine unterm Haus durchrollen und das Haus selbst nicht gefährden.

Physikalisch gesehen habe ich bei größeren Gesteinsbrocken schon meine Bedenken, ob diese Theorie der Praxis wirklich standhält. Aber bei kleineren Steinen könnte es durchaus helfen.

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Im Ort Kleinmond findet man immer wieder Hinweise auf Barracudas. Die werden von den Fischern sehr häufig gefangen. Diese Barracudas sind so gefährlich, da sie beim Zubeißen ein Gift in die Blutbahn geben, das den Gerinnungsprozess aussetzt. Damit verbluten die Opfer.

Die Fischer nehmen die Barracudas jedoch unter den Arm und brechen das Genick, um die Gefahr des Beißens gering zu halten.

Die Landschaft auf der weiteren Fahrt ist verbrannt. Die halbhohen Büsche des Fynbos ragen nur noch mit schwarzen Strunken in die Höhe. Große Buschfeuer wüten immer mal wieder. Das ist im Hochsommer bei 40° C sicher keine Überraschung. Der Fynbos zündelt da sehr schnell, da er gerade in den Sommermonaten durch die mangelnden Regenfälle sehr trocken ist. Damit breiten sich die Feuer auch sehr schnell aus. Die starken Winde tun ihr Übriges. Diese Buschfeuer werden auch nicht gelöscht, da man ihrer einfach nicht Herr wird.

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Auffällig ist, dass trotz der touristisch äußerst interessanten Strecke das gut ausgebaute Straßennetz nur von wenigen Fahrzeugen befahren wird. In Cape Town haben wir richtig lange Staus erlebt, hier außerhalb ist alles sehr leer. Das soll uns auch im weiteren Verlauf unserer Reise noch weiter so gehen.

Insgesamt sind die Straßen recht gut ausgebaut. Allerdings sind die Beläge recht grobkörnig, es wird mit Granitsplittern gebaut. Damit sind die Straßen sehr haltbar, insbesondere in den heißen Sommern. Sie sind aber auch recht laut von den Fahrgeräuschen her und die Südafrikaner haben dadurch einen sehr hohen Reifenverschleiß. Ich vermute, dass man deshalb auch viele chinesische Reifen fährt. 😉

Auffällig sind für mich auch die vielen „deutschen“ Ortsnamen. Fischerhaven, Berghof, Kleinmond. Das liegt aber sicher am Africaans, das sehr vom niederländischen abhängt und damit auch deutsche Einflüsse hat. Eine Straße hieß zum Beispiel Hemel-en-Aarde-Road – Himmel-und-Erde-Straße.

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Nach Stanford beginnt die „Kornkammer“ Südafrikas. Die Landwirte ernten immer im Frühjahr. Allerdings liegen die Erträge insgesamt nicht sehr hoch. Die Böden sind sehr steinig und nicht allzu nahrhaft. Die Landwirtschaft wird sehr extensiv betrieben. Auffällig ist aber, dass man soweit das Auge schauen kann riesige gelbe Felder sieht.

Kurz vor Napier gibt’s plötzlich ein kurzes Prasseln auf der Windschutzscheibe. Wir waren durch einen Schwarm Heuschrecken gefahren. Bis dahin hatte ich mich gewundert, dass trotz vieler hundert Kilometer die Scheibe immer blitzblank war. Nun wars geschehen. Lauter dicke Flecke! Zum Fotografieren natürlich völlig ungeeignet!

Napier ist ein kleines und wie alle Orte hier in Südafrika sehr gepflegtes und sauberes Örtchen. Aber auch hier: Am Stadtrand eine Township. Diese aber mit den sogenannten Mandela-Häusern. Das war einst ein Regierungsprogramm, das Mandela initiiert hatte. Für die Armen wurden einfache, aber ordentliche Häuser gebaut, die für eine kleine Miete vergeben wurden und damit menschenwürdige Verhältnisse geschaffen wurden.

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Noch immer sind wir allein auf der Straße….

Wir fahren in Richtung Cape Agulhas, zum südlichsten Punkt Afrikas. Das Ende der Welt! ?

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Leider haben wir dort nur 45 Minuten Zeit. Die reichlich 1000 m zum tatsächlichen Cape schaffen einige gar nicht. Vor allem aber deshalb, weil sie offensichtlich gar nicht gewusst haben, dass die wunderschöne und imposante Strandlandschaft am Leuchtturm noch lange nicht das Cape ist.

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Ich war dort! Am offiziellen südlichsten Punkt, der gleichzeitig Zusammentreffen von Atlantik und Indischen Ozean ist.

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Ich hab es hinbekommen, mit einem Bein im Atlantik und dem anderen im Indik zu stehen – zumindest symbolisch 😉

Solche Momente sind immer wieder erhebend, wenn man sich bewusst wird, an welchen besonderen Orten man weilt.

Dann schnell Rückhetze, rein in den Bus und los. Irgendwie musste ich an diese Aktion denken, als ich auf dem Rückflug von Johannesburg nach Frankfurt am Main den Film „Plötzlich ein Star“ angesschaut habe und sah, wie die Mädels durch eine ständig trillernde Reiseleiterin durch Paris getrieben wurden 😉

Es ging nun nach Arniston. Ein kleines Fischerdorf direkt am Indischen Ozean. Wir hatten dort Cottages direkt am Meer, mit wundervollem Blick auf die See.

Nachdem wir die Quartiere bezogen hatten, gingen wir noch zum Besuch der Höhle am Strand. Vorbei an einem wundervollen Sandstrand versuchten wir, zur Höhle vorzudringen. Leider spielten die Gezeiten nicht ganz mit und auch unsere Sachen. Wir hätten Badeschuhe und Badesachen anziehen müssen. Egal, die Natur an dieser Stelle hat uns sehr beeindruckt. Am Strand nebenan dann wundervollster Sand, der sich bis in eine große Düne dahinter zog. So stell ich mir eine Sandwüste vor.

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Abendessen gab’s dann in einer kleinen Fischerkate. Es war urgemütlich, der Fisch war lecker, der Wein hat geschmeckt und wir waren wie immer gut drauf.

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Besonderheiten in Cape Town

Sonntag, November 6th, 2011

Zum Abschied aus Cape Town möchte ich noch ein paar Besonderheiten bemerken, die mir aufgefallen sind und die allerdings zum Teil auch für das Land Südafrika allgemein gelten.

·        Cape Town ringt seit langer Zeit dem Meer Land ab. Mittlerweile sind es 450 ha und wenn man dann plötzlich erfährt welche Häuser darauf gebaut wurden, man glaubt es kaum und ist begeistert von der technischen Meisterleistung. So ist zum Beispiel das Convention Centre mit dem riesigen Hotel daneben genau auf dem früheren Meeresgrund gebaut.

·        In der Longstreet, einer der Vergnügungsmeilen der Stadt, gibt es abends eine besondere Tradition: Car-guard. Abends, wenn die Gaststätten öffnen, gibt es eine Reihe von „Schutzpolizisten“, die gegen ein kleines Entgelt auf die Autos aufpassen. In Italien wird das etwas härter benannt – hier amüsiert man sich offensichtlich über diese Tradition.

·        Am Burkap, einem Stadtteil von Kapstadt, lebten viele Sklaven und Leibeigene, die sich nur ausgesprochen eintönig in grau kleiden durften. Um dennoch Farbe in ihr Leben zu bekommen, strichen sie ihre Häuser kunterbunt an. Die kleinen Reihenhäuser erstrahlen in den verschiedensten Farben.
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Foto: Heike Hölzel – Danke!

·        Beim Warten in der Schlange, um sich ein Ticket für den Tafelberg kaufen zu können, steht man unter einer Pergola – sicher der beste Sonnenschutz! Immer wieder gibt es traumhafte Blicke nach unten auf die Stadt – und in Sekundenabständen werden feine Nebel aus Wasser zur Erfrischung über den Wartenden versprüht.

·        Auffällig ist, dass in Südafrika genauso wie ich das schon in Japan beobachtet habe, die Menschen in einer Schlange brav hintereinander anstehen – britische Tradition eben.

·        Im Straßenverkehr war ich am Anfang verblüfft, warum die Fahrer immer die rote Ampel total überfahren und sozusagen davor an der Kreuzung stehenbleiben. Es klärte sich schnell auf. Diese Ampeln sind nur für die weitsichtige Orientierung der Autofahrer. Für das Weiterfahren bzw. Abbiegen steht auf jeder Kreuzung gegenüber eine weitere Ampel, die dann beachtet wird.

·        In vielen Orten – auch bei Ortsdurchfahrten von großen Hauptstraßen – stehen an Kreuzungen immer auf allen Seiten Stoppschilder. Dort gibt es diese klassische Vorfahrt wie bei uns nicht sondern erinnert eher an die in Wohngebieten übliche Rechts-vor-Links-Regelung. Das ist aber in Südafrika nicht ganz so gemeint. Man muss zwar stoppen – damit bekommt man etwas Ruhe in den Verkehr hinein – aber dann fährt einfach der, der zuerst da war als erster los, oder man einigt sich mit kurzem Blick. Letztendlich wird dadurch die gegenseitige Rücksichtnahme erzwungen und es klappt hervorragend.

·        Das Seegebiet um das Cape of good Hope wird als der größte Schiffsfriedhof der Welt bezeichnet. Durch die vielen Untiefen und Riffe laufen die Schiffe oft auf Felsen auf und sinken. Allein in der Tafelbucht sollen 2700 Schiffe verschollen sein. Es ist die gefährlichste Bucht der Welt zum Ankern für die Schiffe.

·        In Cape Town und Umgebung bläst oft ein Süd-Ost-Wind. Er wird auch als „Kap-Doktor“ bezeichnet. Mit ihm wird der Smog aus der Großstadt geblasen und das Klima bestimmt.

·        Der Atlantik ist im südafrikanischen Sommer deutlich kälter als im Winter und man kann im Sommer eigentlich gar nicht baden. Das warme Oberflächenwasser wird vom Süd-Ost-Wind ins Meer hinaus geblasen und das tiefe kalte Wasser vor allem mit der antarktischen Meeresströmung strömt nach. Dadurch gibt es auch an den langen schönen weißen Sandstränden keine Bettenburgen wie z.B. in Mallorca. Dieses Phänomen habe ich selbst am eigenen Leib erfahren können. Bin ich in meinen ersten beiden Wochen noch bei schätzungsweise 16-18° C ewig in den Wellen rumgesprungen und baden gewesen, haben die Beine eine Woche später schon deutlich gezwiebelt. Maximal 14° geschätzt.

Hopp on – hopp off – die blaue Tour

Sonntag, November 6th, 2011

Unsere Planung für diesen Tag war eigentlich eher auf geschichtlich-politische Bildung ausgerichtet. Wir wollten auf Robben Island fahren und das Gefängnis von Nelson Mandela besichtigen. Alle Bemühungen dafür gingen jedoch ins Leere. Es gab einen Streik der Bootsführer und damit fielen einige Touren aus. Wir waren betroffen…

Alternativ gingen wir dafür auf die Blaue Tour mit dem sogenannten Hopp on-hopp off-Bus. Eine schöne Einrichtung zum Sightseeing, bekannt für mich bereits aus Malta und eben von der Roten Tour in Cape Town.
Es war für diesen schönen Tag eine sehr gute Entscheidung!
Die Tour begann wieder mit einer Stadtrundfahrt, die jedoch schnell raus in die Umgebung führte.
Ich ergänze jetzt einfach einmal ein paar Infos über Cape Town, die ich als durchaus interessant finde.

Das bekannteste Wahrzeichen von Cape Town, der Tafelberg ragt über 1000 m über der Stadt auf. Er wurde erstmals 1503 bestiegen. 1929 wurde die Seilbahn gebaut, die gar nicht allzu gut angenommen wurde. Erst nach 27 Jahren wurde der Millionste Besucher gezählt. Heute besuchen ihn jährlich ca. 800.000 Menschen.
Für Cape Town gibt es eine Bebauungslinie. Nur bis zu einer bestimmten Höhe am Tafelberg dürfen Häuser gebaut werden. Ein pfiffiger Architekt hat diese Regel für sich ausgelegt und die Fundamente von drei Häusern genau auf dieser Linie gebaut. Allerdings für 17-stöckige Hochhäuser! Die werden als Salz, Pfeffer und Senf bezeichnet, von allen Kapstädtern gehasst – nur von den Bewohnern nicht, die einen herrlichen Ausblick genießen.
Eine lange Geschichte hat der District 6 in Cape Town. Unter dem Apartheid-Regime wurden ab 1960 350 Tausend Menschen gewaltsam von dort umgesiedelt. 1968 kamen die Bulldozer, um gewaltsam die Hütten der farbigen Einwohner dem Erdboden platt zu machen. Nur Kirchen und Moscheen wurden verschont.
85% des District 6 sind heute noch Rasen und Unkraut. Es soll auch zur Mahnung so bleiben.
Einzig die Cape Peninsula University of Technology ist dort erbaut worden und wurde erst 1987 für alle Rassen geöffnet.

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Beeindruckt hat mich auch das Rathaus von Cape Town, von dessen Balkon am 11. Februar 1994 Nelson Mandela vor 200 Tausend Menschen seine erste Rede nach seiner Freilassung gehalten hat. Dieser Vorplatz war übrigens die größte Fanmeile Südafrikas während der Fußball-WM 2010.

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Cape Town ist die Alfred-und-Viktora-Waterfront. Dieses Zentrum aller Vergnügungen in Cape Town hat 450 Geschäfte und 85 Restaurants. Die Waterfront wurde erst seit den 90ger Jahren restauriert und entwickelte sich schnell zum Mittelpunkt des touristischen Lebens in Cape Town. Es ist eine Augenweide, wenn man sich die liebevoll restaurierten Häuser und die Neubauten anschaut.

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Beim Rausfahren aus der Stadt kamen wir am Groote-Schuur-Krankenhaus vorbei. Dort wurde 1967 die erste Herz-Operation der Welt durch den Chirurgen Dr. Christian Bernard durchgeführt. Seitdem hat dieses Krankenhaus eine besondere Berühmtheit erlangt.

Unsere Fahrt führte uns auch an der World of Birds vorbei. Dort stiegen wir das erste Mal aus. 3500 Vögel und viele andere Tiere sind dort zu sehen. Es ist ein sehr großes Areal und man kommt kaum aus dem Staunen über die Vielfalt, die Farbenpracht und Größe der Vögel heraus.

Hier ein paar Eindrücke aus der „Welt der Vögel“

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ein Ibis – diesmal in einer besonderen Farbe

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ein weißer Pfau

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Beim Weiterfahren kamen wir wieder an Hout Bay vorbei und hatten damit auch wieder einen Blick auf den Chapmans Peak Drive, diese herrliche in den Fels geschlagene Panoramastraße. Übrigens haben wir nach unserer Abreise aus Cape Town erfahren, dass bei starken Regenfällen wieder viel Gestein heruntergespült wurde und der Chapmans gesperrt wurde. Ich hatte das Glück, diese Straße zwei Mal befahren zu können und die grandiosen Aussichten genießen zu dürfen.

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immer wieder Townships

Auf unserer Rundreise stiegen wir dann wieder in Camps Bay aus. Wir hatten sicherheitshalber unsere Badesachen eingepackt und genossen den Atlantik mit seinen schönen Wellen. Allerdings war das Wasser innerhalb der letzten Woche deutlich kälter geworden. Die polare Strömung des Sommers kommt eben immer stärker. Aber davon ließen wir sich Elke und ich nicht abschrecken.

Hier noch einige Bilder von der Fahrt entlang der Küste…

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Lions Head (links) mit den 12 Aposteln (rechts)

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Unsere Gruppe stieg dann noch am Aquarium aus zur Besichtigung. Ich fuhr noch bis zum Convention Centre. Ich hatte versprochen, die Gruppenfotos der Mannschaft zu machen. Außerdem konnte ich dadurch noch die Medaillenkämpfe und auch die Siegerehrungen unserer Sportler erleben.

Mit Silber und drei Bronzemedaillen haben unsere Junioren ein gutes Ergebnis bei dieser WM eingefahren.

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Nach dem Fotoshooting fuhr ich zurück zur Waterfront. Unterm Riesenrad saßen alle zum Abendessen zusammen. Es wurde noch ein gemütlicher und lustiger Abend.

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Judo-WM und Waterfront

Freitag, November 4th, 2011

Heute wollten wir erst mal zur WM und nach unseren Sportlern schauen.

Das Cape Town International Convention Centre ist das größte Kongresszentrum in Cape Town. Es wurde erst 2003 eröffnet und beherbergt unter anderem mehrere große Sporthallen. In Halle 1 finden die Weltmeisterschaften statt. Drei Matten, entsprechende Videotechnik und Zuschauertribünen, alles was eben für einen Wettkampf nötig ist. Allerdings sind die Zuschauerreihen vor allem mit Sportlern besetzt, wie eben auch so oft bei U20-WM. Ausnahme war da sicher die U20-WM 2009 in Paris.

Allerdings findet man in Cape Town auch keinerlei Werbung für die WM. Schade!

Unsere Sportler schieden alle in der Vorrunde aus.

Am Nachmittag genossen wir die herrliche Alfred und Viktoria Waterfront. Diese wunderbar restaurierten Häuser am Hafen beherbergen 450 Geschäfte und 85 Restaurants. Dazu kommen etliche Hotels, Nobelwohnungen und vieles mehr. Mit diesen Größen kann man wohl die Dimension der Waterfront auch am besten beschreiben. Wir bummelten am Hafen entlang, beobachteten Robben, bewunderten die herrlichen Gebäude und die gesamte Kulisse vor dem Tafelberg.

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An der Waterfront gab es immer wieder Künstler, die uns ihr Können zeigten und damit dort ein wundervolles Flair entstehen ließen.

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Abend kamen Richard und Mary zu uns. Eigentlich wollten wir in die Touristenzentren des afrikanischen Essens gehen, aber freitags ist alles sehr überfüllt und wir hatten keine Reservierungen mehr bekommen. Mary hatte dafür weiter draußen in Muillypoint ein Fischrestaurant gefunden, wo wir alle unterkamen und einen schönen Abend verlebten.